Feuerwache 3

Stadtteil Nied

Geschichte (2)

Seit Februar 2009 ist bei der Branddirektion ein Feuerwehrwehrmuseum im Aufbau, das sich zur Aufgabe macht, das „materielle Gedächtnis“ der Frankfurter Brandschutzgeschichte zu sein. Mittlerweile ist bereits eine umfangreiche Sammlung mit derzeit fünf Großfahrzeugen, zwei Handdruckspritzen, einer Magirus-Patentleiter (Baujahr 1889) sowie Tausenden anderer Objekte vom historischen Feuermelder bis zur Taucherdruckkammer entstanden.

Um all diese Objekte nicht nur als geschichtslose Gegenstände zu präsentieren, sondern auch detaillierte Hintergrundinformationen geben und Anfragen von interessierten Bürgern, Feuerwehrleuten, Journalisten etc. beantworten zu können, gehört zum Museum auch ein Archiv, in dem Bücher, Fachzeitschriften, Akten, Schriftstücke, Fotos und Zeitungsausschnitte zur Frankfurter Feuerwehr- und Brandschutzgeschichte gesammelt werden.

Das Museum und das Archiv werden von einem derzeit etwa 60-köpfigen Förderverein, dem Feuerwehrgeschichts- und Museumsverein Frankfurt am Main e. V.“, betreut, der sich um die Exponate kümmert, sie, falls erforderlich, restauriert, neue Exponate ankauft, Anfragen bearbeitet und Führungen durch das Museum anbietet. Die historisch korrekte Darstellung und Aufarbeitung ist dabei oberstes Ziel; die Standards des Weltfeuerwehrverbandes (CTIF) und der Arbeitsgemeinschaft der Feuerwehrmuseen (AGFM) sind die Richtschnur der Museumsarbeit.

Feuerwehrgeschichts- und Museumsverein Frankfurt am Main e.V. - Förderverein des Museums der Frankfurter Feuerwehr

Interessenten sind eingeladen, sich als Fördermitglied im als gemeinnützig anerkannten Feuerwehrgeschichts- und Museumsverein zu engagieren. Dies ist sowohl passiv (finanzielle Unterstützung) als auch aktiv („mit dem Schraubenschlüssel in der Hand“) möglich. Derzeit suchen wir z. B. Fachleute aus dem Kfz-Bereich (Kfz-Mechaniker und -elektriker, Lackierer und Karosseriebauer), die Lust haben, in ihrer Freizeit Hand an unsere Fahrzeuge und Geräte zu legen.
Aber auch jeder, der unsere Sammlung einfach nur besichtigen möchte, ist uns jederzeit nach Terminabsprache herzlich willkommen.

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Die Kontaktdresse lautet:

Feuerwehrgeschichts- und Museumsverein Frankfurt am Main e.V.
Florianweg 13, 60388 Frankfurt am Main
Telefon 069 / 212 – 76 11 12 (Herr Keine)
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
 

Nach zahlreichen schweren Bränden wurde im Jahr 1874 die Berufsfeuerwehr Frankfurt am Main gegründet.

Zuvor war die Brandbekämpfung seit dem Mittelalter Bürgerpflicht. Mit dem Leisten des Bürgereides erhielt man einen ledernen Feuereimer, der im Haus bereitzuhalten war. In den 14 Quartieren der Stadt stand die sogenannte Bürgerfeuerwehr unter dem Kommando eines Bürger-Capitains. Neben den Feuereimern dienten den Bürgern zwei Handfeuerspritzen aus Nürnberg zur Brandbekämpfung. Allerdings war Frankfurt derart eng bebaut, dass immer nur kleine, zweirädrige Handzugspritzen eingesetzt werden konnten. So konnten große Schadenfeuer kaum wirkungsvoll bekämpft werden, sodass es immer wieder zu schrecklichen Brandkatastrophen mit Hunderten Toten kam.

Seit etwa 1740 wurde die Bürgerfeuerwehr dann durch ein militärisches Löschbataillon unterstützt. Allerdings führte auch diese Ergänzung noch nicht zu dem von Magistratsmitgliedern gewünschten Ergebnis.

Am 14. August 1867 brach in der Fahrgasse in der Nacht ein Feuer aus, das, durch starke Winde angefacht, die mittelalterliche Krönungskirche der deutschen Kaiser vollständig zerstörte. Dieses Unglück führte zur Entstehung des Feuerwehrverbandes 1869 und zur Gründung der Berufsfeuerwehr 1874.

Durch die immer stärkere Industrialisierung veränderten sich um die Jahrhundertwende auch die Anforderungen an die Feuerwehr Frankfurt. Vor allem die Komplexität der Einsätze nahm zu. Bis 1938 waren die größten Feuer meist in Industrieanlagen der chemischen Betriebe zu verzeichnen.

Die Reichspogromnacht am 9. November 1938 stellte die Frankfurter Feuerwehr vor eine schwere Aufgabe anderer Art: In dieser Nacht steckten die Nationalsozialisten alle Synagogen an, nur eine wurde nicht komplett zerstört. Mit Kriegsbeginn 1939 änderten sich die Anforderungen an die Feuerwehr grundlegend. Frankfurt war durch Eingemeindungen erheblich gewachsen, gleichzeitig wurden zahlreiche Feuerwehrmänner zum Kriegseinsatz herangezogen und die Feuerwehr war personell ausgedünnt. Parallel erhöhten sich die Brandeinsätze bei der Feuerwehr durch die Bombardierung Frankfurts. Die Feuerwehr Frankfurt musste während der Zeit der Bombardierungen über 20.000 zusätzliche Einsätze bewältigen. Insgesamt gab es über 5.500 Tote und mindestens 20.000 Verletzte zu beklagen. Vor allem die Zeit zwischen Oktober 1943 und September 1944 brachte zahlreiche Luftangriffe und damit auch immer wieder schwere Feuerstürme. Oft war der Feuerschein der brennenden Stadt am Himmel bis in den rund 50 km entfernten Vogelsberg zu sehen. Zum Kriegsende gab es nur noch ein einziges unbeschädigtes Gebäude in der Stadt.

Nach dem Krieg blieb der Feuerwehr nur wenig Zeit, sich in Ruhe neu zu organisieren. Sie musste auch in der Nachkriegszeit immer wieder alles für die Frankfurter Bürgerinnen und Bürger geben. Wie zum Beispiel am 22. März 1952, als eine Maschine der niederländischen Fluggesellschaft KLM in der Nähe der Gehspitze im Stadtwald abstürzte. Drei Menschen konnten damals gerettet werden. Vor allem, weil sich die Technik bei der Feuerwehr entscheidend verbessert hatte. Nach dem Krieg veränderte sich der Fuhrpark rasend schnell und es wurden viele neue Kräfte eingestellt. In dieser Zeit gab es aber auch viele Großbrände, weil der vorbeugende Brandschutz noch in den „Kinderschuhen“ steckte. Dazu kamen spezielle Einsätze, wie die auf dem Frankfurter Müllberg „Monte Scherbelino“.


Erst 1966, mit der Ernennung von Ernst Achilles zum Direktor der Frankfurter Feuerwehr, rückte der vorbeugende Brandschutz stärker in den Mittelpunkt der Feuerwehrarbeit. Besonders die Sicherheit von Hochhäusern, wie sie in Frankfurt seit Ende der Sechzigerjahre zunehmend entstanden, stellte eine neue Herausforderung für den Brandschutz dar. Achilles sollte mit seinen Bemühungen recht behalten: Am 23. August 1973, eine Woche vor dem geplanten Richtfest, brach ein Brand im Rohbau des Selmi-Hochhauses aus. Im 40. und 41. Stockwerk standen große Mengen Baumaterial in Flammen und ließen einen glühenden Funkenregen auf die ganze Umgebung niedergehen. Der Brand hatte eine Verschärfung der Bauvorschriften für Hochhäuser zur Folge.
Unvergessen wird auch immer das Feuer in den Zeil-Kaufhäusern Schneider und Kaufhof bleiben. Hier hatten vier Täter, die später als erste Generation der RAF galten, Brandsätze gezündet.
 

Branddirektoren in Frankfurt

seit 1993 Direktor der Branddirektion
Prof. Dipl.-Ing. Reinhard Ries

1989 - 1993 Dipl.-Ing. Günther Burbaum

1966 - 1989 Prof. Dipl.-Ing. Ernst Achilles

1962 - 1966 Dipl.-Ing. Lothar Knack

1955 - 1962 Dipl.-Ing. Willi Stoll