Samstag, 30 September 2017 19:00

Katastrophenschutzübung "Frankopia" im Osthafen

(am) Ein Aufprall. Kurz danach hört man Schreie und ein beißender Geruch liegt in der Luft. Rauchwolken sind über einem Gebäude zu sehen und die Straßen entlang fließt eine klare, ätzende und brennbare Flüssigkeit. Es herrscht Panik.

Was ist passiert? Der Fahrer eines mit Chemikalien beladenen Lastkraftwagens hat einen Schlaganfall erlitten und die Kontrolle über seinen Lastwagen verloren. Dieser rollt ungebremst auf eine Hauptstraße zu. Es kommt zu einem schweren Unfall. Beim Aufprall wird ein Tank aufgerissen. Giftiges Hydrazin fließt die Straße entlang und löst in einem Geschäftshaus am Frankfurter Osthafen einen Großbrand aus. Zahlreiche Leute werden verletzt.

Dieses Szenario ist Teil von „Frankopia“, einer Großübung der Unteren Katastrophenschutzbehörde der Stadt Frankfurt am Main ausgerichtet vom Ortsverband des Technischen Hilfswerkes, dem Kreisfeuerwehrverband Frankfurt sowie dem Malteser Hilfsdienst. Schauplatz ist der Frankfurter Osthafen, wo am 30. September circa 450 haupt – und ehrenamtliche Kräfte der Feuerwehr Frankfurt, des Technischen Hilfswerks (THW), des Malteser Hilfsdienstes (MHD), des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), des Arbeiter Samariter Bundes (ASB), der Johanniter Unfall Hilfe (JUH) und der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) im Einsatz waren. 

Von 8:00 Uhr morgens bis 17:30 Uhr abends wurden die verschiedenen Szenarien der Großschadenslage auf dem vier quadratkilometern großen Gelände trainiert. Mit 105 Fahrzeugen, einem simulierten Krankenhaus und 40 teils realistisch geschminkten Mimen als Verletzte, wird der Ernstfall so realistisch wie möglich dargestellt.

Dabei galt es verschieden Szenarien innerhalb einer Lage abzuarbeiten. Eingeklemmte Personen mussten aus verunfallten Fahrzeugen befreit, auslaufendes Gefahrgut gesichert und eine Dekontaminationsstelle für Einsatzkräfte und Betroffene aufgebaut werden. Zudem galt es für die rettungsdienstliche Komponente ein Massenanfall an Verletzten (MANV) abzuarbeiten. Auch eigene Kräfte müssen nach einem simulierten Atemschutznotfall gerettet werden. Eine personelle, materielle und zeitaufwendige Übung. Seit nunmehr elf Jahren findet eine solche Übung im Frankfurter Osthafen statt. Ihr Ziel: Die organisationsübergreifende Zusammenarbeit der verschiedenen Einheiten zu üben.

Zwei mal wurde dieses Szenario an diesem Tag geübt, jeweils mit unterschiedlichen Einsatzkräften.

Fotos: Kreisfeuerwehrverband Frankfurt am Main

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