Dienstag, 01 Oktober 2019 09:00

Übung im Zentrum für körperlich Schwerbehinderte

(iw) Im September fand die alljährliche Räumungsübung der Feuerwehr Frankfurt in der Wohneinrichtung „Zentrum für schwerbehinderte Menschen“ statt. Im Fokus stand dabei die Selbstrettungsfähigkeit der Bewohner und Tagespatienten bei der Räumung der Wohneinrichtung, sowie das Selbstretten und die Schulung des Pflege- und Einrichtungspersonals, das dort tätig ist.

Im Umgang mit Menschen mit schweren Behinderungen herrscht bei vielen Leuten große Unsicherheit. So geht es natürlich auch den Einsatzkräften. Da ein großer Teil dieser Unsicherheit aus Unkenntnis resultiert, finden regelmäßig Räumungsübungen wie diese statt. So werden alle Beteiligten aneinander gewöhnt und auf eine gute Zusammenarbeit im Ernstfall vorbereitet. Störungen im gewohnten Alltag können bei Menschen mit Behinderung zu außergewöhnlichen Reaktionen führen und wenn die Arbeit der Feuerwehr im Einsatz ihnen Angst bereitet, kann eine Rettung schnell scheitern oder sich in die Länge ziehen. Es ist daher sehr wichtig das Personal solcher Einrichtungen zu schulen und eine Vertrautheit mit der Vorgehensweise der Feuerwehr herzustellen.

Eingesetzt war der Grundausbildungslehrgang Werkfeuerwehr mit vier Löschfahrzeugen und einem Führungsdienst. Jedem Einsatzabschnitt wurden dann zwei Einsatzgruppen mit jeweils einem Löschfahrzeug zugeordnet.
Bei dieser Übung wurde angenommen, dass die Brandmeldeanlage (BMA) der Einrichtung aufgrund einer Rauchentwicklung im 1. Obergeschoss auslöst. In der Zeit von der Alarmierung bis zum Eintreffen der Feuerwehr wurde vom Personal des Wohnheims bereits die Selbstrettung aller gehfähigen Bewohner geleitet und die Rettung der im unmittelbaren Gefahrenbereich befindlichen Personen begonnen. Die ersten Einsatzkräfte und der zugehörige Führungsdienst wurden unmittelbar nach ihrem Eintreffen von der Heimleitung über das Einsatzgeschehen informiert und darüber in Kenntnis gesetzt, dass mehrere Personen vermisst werden, die aufgrund der Verrauchung nicht selbstständig gerettet werden konnten.
Die Aufgabe der Einsatzkräfte war hier die Rettung der vermissten Personen aus dem 1. Obergeschoss über die tragbare Leiter oder über den zweiten Rettungsweg, also ein zweites Treppenhaus. Anschließend wurden die geretteten Personen betreut, medizinisch erstversorgt und das „Feuer“ gelöscht.

Im zweiten Teil der Übung gingen wir von einem Brand im Krankengymnastikraum aus. Auch hier wurden noch drei Personen vermisst, davon zwei Rollstuhlfahrer, die sich auf den Balkon retten konnten. Aufgabe war hier, die Ausbreitung des Rauchs innerhalb des Gebäudes zu verhindern, die vermisste Person (einen Dummy) aus dem verrauchten Raum zu retten und die Rollstuhlfahrer in einen sicheren Wohnbereich zu bringen, ohne dass sie durch den Brandrauch verletzt werden.

Die Aufgaben wurden von den Einsatzkräften und dem Einrichtungspersonal gut gelöst. Im Anschluss an die Praxisübung haben die Einsatzkräfte noch den Umgang und die Besonderheiten mit elektrischen Rollstühlen gezeigt bekommen. Da diese oft sehr unhandlich und zu schwer zu tragen sind ist es wichtig, dass die Einsatzkräfte wissen, wie man sie bedient und worauf man achten muss, um Betroffene schnell und sicher aus einem Gefahrenbereich bringen zu können.
Arbeitsabläufe bei der Rettung von teilweise bettlägerischen und schwerbehinderten Menschen können durch diese Übung optimiert und routinierter ausgeführt werden. Da es eine nicht alltägliche Einsatzübung für alle Beteiligten war, konnte jede der beteiligten Feuerwehrkräfte und das Personal der Einrichtung wertvolle Informationen und Eindrücke sammeln und viel für die zukünftige Arbeit und mögliche Notfälle mitnehmen.

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