Freitag, 21 Februar 2014 16:00

Historische Funde auf dem Neubaugelände der Feuer- und Rettungswache 21

Fundstelle Fundstelle Foto: Presse- und Informationsamt

(pia) Das Denkmalamt der Stadt Frankfurt hat Überreste eines Turms der Stadtbefestigung der römischen Stadt Nida aus dem 3. Jahrhundert freigelegt. Das berichtete die Leiterin des Denkmalamtes, Andrea Hampel, bei einem Ortstermin an der Fundstelle in der Nähe des Nordwestzentrums in Heddernheim. „Auf dem Areal zwischen Rosa-Luxemburg-Straße und Erich-Ollenhauer-Ring wurden aufgrund des geplanten Neubaus einer Feuerwache die gesetzlich vorgeschriebenen archäologischen Grabungen unternommen. Nun sind wir dabei, einen Teil des verlorenen Nida wissenschaftlich zu untersuchen", sagte Hampel.

„Hier wird erneut deutlich, welche Schätze Frankfurt noch birgt und dass ein intensives Baugeschehen mit dem Denkmalschutz vereinbar ist. Obwohl an dieser Stelle eine neue Feuerwache entsteht, können die Kulturdenkmäler angemessen dokumentiert und wissenschaftlich untersucht werden", sagte Bürgermeister Olaf Cunitz. „Das ist sehr wichtig, denn die Stadt Frankfurt hat das Ziel, ihre Kulturdenkmäler auch für kommende Generationen zu bewahren. Keinesfalls dürfen Teile unserer Geschichte – und dies gilt in besonderem Maße für archäologische Denkmäler – achtlos zerstört werden." Es wird nun angestrebt, die Überreste des Tores weitestgehend im Boden zu erhalten. Für den Neubau der Feuerwache werden keine Umplanungen notwendig. Ob künftig der Grundriss des Bauwerks durch die Oberflächengestaltung sichtbar gemacht werden kann, wird derzeit noch geprüft.

Die römische Provinzhauptstadt Nida liegt in den heutigen Gemarkungen Heddernheim und Praunheim. Nida war ab 85 n. Chr. der Verwaltungssitz der Civitas Taunensium innerhalb der Provinz Germania Superior (Obergermanien). Im 3. Jahrhundert wurde das römische Stadtgebiet durch eine Befestigungsmauer mit Toren gesichert, die eine Reaktion auf die alemannischen Übergriffe darstellten, welche schließlich auch zur Räumung der rechtsrheinischen Gebiete und zum Rückzug auf den Rhein als Reichsgrenze führten.

Die Ausgrabungsfläche umfasst das sogenannte Nordtor, das bereits 1881 nachgewiesen wurde, und die Fläche nördlich davon. „Es handelt sich dabei um ein mehrgeschossiges Stadttor mit viereckigen Türmen sowie um eine Durchfahrt. Die seitlichen Türme waren bei einer Mauerstärke von rund zwei Metern und einer Kantenlänge von acht Metern mindestens sechs Meter hoch", erläuterte Hampel. „Innen gewährte ein großzügiger Durchlass auch Wagen die Einfahrt in die Stadt. An beiden Seiten des Toren schloss sich die Stadtmauer an."

Die Fundstelle ist alles andere als unversehrt. Zwischen 1961 und 1973 wurden Hochhäuser, Tiefgaragen, U-Bahntrassen und eine Schnellstraße auf einer Fläche von 500.000 Quadratmetern errichtet. Archäologische Untersuchungen waren nur in geringem Umfang möglich. Dies gilt auch für den Bau der U-Bahn-Trasse, die in offener Bauweise die Grabungsfläche ebenso durchschneidet wie die Trasse der Rosa-Luxemburg-Straße und der Erich-Ollenhauer-Ring. Hier konnten 1966 ausschließlich die Böschungen untersucht werden. Dementsprechend eingeschränkt sind die bisherigen Kenntnisse der römischen Stadtstruktur an dieser Stelle, die sich durch die laufenden Untersuchungen und Funde nun aber deutlich erweitern.

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