Taktisches Feuerwehrkonzept 2020

HLF Generation aus 2005 - 18 baugleiche Fahrzeuge als Standardfahrzeug für das Staffelkonzept HLF Generation aus 2005 - 18 baugleiche Fahrzeuge als Standardfahrzeug für das Staffelkonzept

Der Gesetzgeber (Hessisches Brand- und Katastrophenschutzgesetz) definiert für die Feuerwehren eine Hilfsfrist mit folgenden Qualitätsstandards:

  • In 95 % der Einsätze
  • muss nach zehn Minuten nach der Alarmierung,
  • jede Einsatzstelle erreicht werden, um im Anschluss wirksame Hilfe leisten zu können.

 

 

Frankfurt weist eine stetig städtebauliche Entwicklung auf. In der Vergangenheit konnte die zehnminütige Hilfsfrist in einigen Stadtteilen nicht eingehalten werden. Mit dem Taktischen Feuerwehrkonzept 2020 (Staffelkonzept) konnte dies geändert werden.

Seit der politischen Beschlussfassung in 2004 gab es eine Neu-ausrichtung der Einsatztaktik, die auf mehrere kleine, über das Stadtgebiet verteilte Feuerwachen, statt auf einige große Wachen setzt. Die dezentrale Struktur ermöglicht kürzere Anfahrtswege. Somit ist die Feuerwehr schneller vor Ort und jede bebaute Stelle des Stadtgebietes kann innerhalb von fünf Fahrminuten erreicht werden. Rechnet man für Disposition, Alarm und Ausrückzeit noch drei Minuten hinzu, sind die Kräfte acht Minuten nach Meldung des Brandes am Einsatzort.

Die größere Anzahl an Feuerwachen zog damit eine Ablösung des Löschzugkonzeptes durch die Staffeltaktik nach sich. Rückte bisher bei einem Alarm ein aus mehreren Fahrzeugen samt Mannschaft bestehender Löschzug unabhängig davon aus, ob die Funktionalitäten und Gerätschaften am Einsatzort auch wirklich benötigt wurden, so besteht nunmehr die erste Einheit aus einem Hilfeleistungslöschfahrzeug mit sechs Feuerwehrleuten - der Staffel. Je nach Schadenslage wird diese Staffel durch weitere Einsatzkräfte von anderen Wachen, die so genannten Ergänzungseinheiten mit einer Stärke von weiteren zehn Funktionen unterstützt, die in der Regel innerhalb weiterer fünf Minuten am Einsatzort eintreffen.

Damit wird deutlich, dass trotz geringerer Stärke der zuerst eintreffenden Kräfte durch die kürzere Fahrtzeit und die gegebenenfalls nachrückenden Einheiten eine deutliche Qualitätssteigerung eintritt. Dies gilt für das gesamte Stadtgebiet.

Das unter dem Namen »Taktisches Feuerwehrkonzept 2020« zusammengefasste Staffelkonzept sieht statt der bisherigen sieben Feuer-wachen acht Staffelwachen vor. Die Staffelwachen sind vier regionalen Führungsbereichen zugeordnet, denen jeweils eine zusätzliche Bereichsleitungswache vorsteht: Eckenheim (Brandschutz-, Katastrophenschutz und Rettungsdienstzentrum), Gallus, Nied und Sachsenhausen.

Insgesamt gibt es nunmehr in Frankfurt 12 Feuer- und Rettungswachen. Durch die Einsatztaktik der Staffel musste die Zahl der damals vorhandenen Stellen im Einsatzdienst nicht erhöht werden. Weiter senken einheitliche Fahrzeug- und Geräteausstattungen sowie eine Modulbauweise bei den Staffelwachen die Kosten und sorgen für mehr Wirtschaftlichkeit.

Insgesamt fallen für das Taktische Feuerwehrkonzept 2020 Gesamtinvestitionskosten von 52,1 Millionen Euro an, wovon 24,7 Millionen Euro durch Erlöse von freiwerdenden Grundstücken refinanziert wurden. Das Staffelkonzept wurde im Sommer 2004 von der Stadtverordnetenversammlung ohne Änderungen beschlossen. Folgende Wachen wurden daraufhin als Staffelwache in Betrieb genommen:

2006: Sachsenhausen (Bereichsleitungswache 4)
2007 – 2013: Enkheim (Bereichswache 11), Sossenheim (Bereichswache 30), Zeilsheim (Bereichswache 31), Niederrad (Bereichswache 41)
2013: Nied (Bereichsleitungswache 3)

Das Konzept beinhaltet auch eine systematisierte, verbesserte Einbindung der freiwilligen Feuerwehren in den Brandschutz der Stadt. Das Prioritätenprogramm für die Feuerwehrhäuser der Freiwilligen Feuerwehren wird nach und nach umgesetzt.

Ursprünglich war geplant, die Feuerwachen in vier Realisierungsstufen bis 2015 zu errichten. Die Verzögerungen bei der Umsetzung sind überwiegend auf die Suche nach geeigneten Grundstücken für den Bau einer Feuerwache zurückzuführen. Weiterhin gibt es Verzögerungen bei der Aufstellung des Bebauungsplanes für das Baugebiet Bonames Ost, in dem auch die neue Bereichswache 10 geplant ist. Mit der Inbetriebnahme der Bereichswache 10 wird nicht vor 2021 gerechnet.

Die Bereichswache 20 in Gateway Gardens war seit 2006 als provisorische Feuerwache in einem alten Wohngebäude der Kaserne untergebracht. Der Umzug in die neue Bereichswache 20 an der Kapitän-Lehmann-Straße wurde im Frühjahr 2015 realisiert.

Die Bereichswache 21 war lange Jahre im Nordwestzentrum untergebracht. 2016 wurde eine neue Wache auf Gelände zwischen dem Erich-Ollenhauer-Ring und der Rosa-Luxemburg-Straße („Römische Töpferöfen") errichtet. Die Inbetriebnahme erfolgte im Januar 2017.

Aktuell laufen die Baumaßnahmen für das Katastrophenschutzlager hinter dem Brandschutz-, Katastrophenschutz- und Rettungsdienstzentrum (BKRZ) an der Feuerwehrstraße in Eckenheim. Das Katastrophenschutzlager wird neben Einsatzmitteln und Fahrzeugen für Großschadenfälle und Katastrophen auch die Rettungshundestaffel als Sondereinheit der Branddirektion der Stadt Frankfurt am Main beherbergen. Hierdurch lassen sich Miet- und Sachkosten gegenüber anderen ggf. externen Standorten für die Rettungshundestaffel reduzieren. Der Betrieb eines modernen und funktionalen Katastrophenschutzlagers wird deutlich weniger Wartungs- und Energiekosten verursachen als dies beim bisherigen Mietverhältnis der Fall war.

Für die Feuer- und Rettungswache 2 laufen aktuell die Planungen zur Realisierung eines Neubaus an gleicher Stelle.

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