Ihre Sicherheit

Sondersignal von Feuerwehr und Rettungsdienst

Immer wieder erreichen uns Anfragen und Beschwerden zur Verwendung des Sondersignals.

Die Rechtsgrundlage für die Verwendung von blauem Blinklicht zusammen mit dem Einsatzhorn stellt § 38 Abs. 1 der Straßenverkehrsordnung dar. Demnach darf beides zusammen nur verwendet werden, wenn höchste Eile geboten ist, um Menschenleben zu retten oder schwere gesundheitliche Schäden abzuwenden, eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung abzuwenden, flüchtige Personen zu verfolgen oder bedeutende Sachwerte zu erhalten.

Für die Einsatzfahrzeuge von Feuerwehr und Rettungsdiensten ist dies im Zusammenhang mit den §§ 3 Abs. 2 des Hessischen Brandschutz- und Katastrophenschutzgesetzes und dem § 15 Abs. 2 des Hessischen Rettungsdienstgesetzes zu sehen, welche jeweils eine Zielerreichungsfrist von 10 Minuten vorgeben.

Die Entscheidung Sondersignal einzusetzen obliegt nicht den Einsatzkräften, sondern wird im Einzelfall durch die zentrale Leitstelle angeordnet. Blaues Blinklicht und Einsatzhorn fordern andere Verkehrsteilnehmer auf, für die Einsatzkräfte "freie Bahn" zu schaffen und dienen der Warnung weiterer Verkehrsteilnehmer, die sich noch nicht im Sichtbereich der Straße befinden. Gerade auf vielbefahrenen Straßen und Kreuzungen ist der Einsatz der Sondersignale unumgänglich.

Der Fahrer des Einsatzfahrzeuges hat nach der Anordnung einer Sondersignalfahrt (blaues Blinklicht mit Einsatzhorn) durch die Leitstelle keinen Ermessensspielraum. Davon abweichende vom Fahrer getroffene Entscheidungen, zum Beispiel das Abschalten des Einsatzhorns und daraus resultierende Auswirkungen wie beispielsweise ein Unfall, gehen zu seinen persönlichen Lasten.

Die Fahrzeuge der Frankfurter Feuerwehr sind in der Regel mit akustischen Warneinrichtungen für bevorzugte Wegebenutzer gemäß DIN 14610 mit den Bezeichnungen elektronisches Horn und Presslufthorn ausgestattet. In diesen Fahrzeugen ist vorwiegend beim elektronischen Horn die Stadtschaltung verbaut, deren Frequenzbereich zwischen 500 und 2000 Hertz liegt. Der Frequenzbereich des Presslufthorns, der sogenannten Martin-Anlage, liegt zwischen 435 und 600 Hertz. Eine Umschaltmöglichkeit zwischen "Stadthorn" und "Landhorn" bei der elektronischen Sondersignalanlage ist somit nicht gegeben.

Trotz dieser rechtlichen Voraussetzungen versuchen die Einsatzkräfte gerade auf die akustischen Sondersignale soweit wie möglich, besonders in den Abend- und Nachtstunden, zu verzichten. Es wird versucht, die Anwohner so wenig wie möglich zu belasten.

Dennoch verbleibt prinzipiell eine Beeinträchtigung der Wohn- und Lebensqualität von Personen durch Fahrzeuge auf der Alarmfahrt. Wir bitten jedoch zu berücksichtigen, dass vor allem die Einsatzkräfte von Polizei, Rettungsdiensten und Feuerwehr nur tätig werden, um Leben, Gesundheit oder Eigentum anderer Menschen in dieser Stadt zu schützen.

Das Martinshorn verkündet, dass sich im öffentlichen Auftrag couragierte Menschen auf den Weg gemacht haben, anderen Menschen zu helfen.

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